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Newsartikel

EVP stellt den höchsten Aarauer für die nächsten zwei Jahre

Der neue Einwohnerratspräsident Matthias Keller hat Ideen, wie sich der Ratsbetrieb optimieren lässt. Mit seinen 28 Jahren ist er der bisher jüngste Aarauer Einwohnerratspräsident.

An seiner konstituierenden Sitzung für die Amtsperiode 2018–2021 hat der Aarauer Einwohnerrat den bisherigen Vizepräsidenten Matthias Keller (28, EVP) für die kommenden zwei Jahre zu seinem Präsidenten gewählt. Keller war der einzige Kandidat. Er erhielt 41 von 42 in Betracht fallenden Stimmen. Seine Motivation begründete er mit einer Leidenschaft. «Diese», so Keller, «heisst Aarau.» 

Matthias Keller hat einen steilen Einstieg in die Kommunalpolitik erlebt. Mit seinen 28 Jahren ist er der bisher jüngste Aarauer Einwohnerratspräsident. 2015 in den Einwohnerrat nachgerückt, wurde er am 14. Dezember desselben Jahres zum Vizepräsidenten gewählt.

 

Matthias Keller ist Mitglied der EVP: Was ihm an seiner Partei gefällt: Sie sei einerseits wertkonservativ, andererseits habe sie eine ultrasoziale Ader. Auf der Links-Rechts-Skala funktioniere die EVP nicht nach Schema F. «Wir sind auch nicht in der Mitte, sondern wir zeigen Ausschläge auf beide Seiten.» Das freilich habe zur Folge, dass man sich immer erklären müsse.

Ihm selber, sagt Keller, gehe es am Schluss immer um die Menschen, die ein lebenswertes Leben führen möchten. Das wolle er ermöglichen. Und er sei einer, der den Kompromiss suche. Eines wolle er sicher nicht sein: plakativ.

Als ehrgeizigen Politiker sieht sich Matthias Keller trotz steilem Ein- und Aufstieg nicht. «Dafür bin ich wohl in der falschen Partei.» Ihm gehe es um den Dienst an der Gesellschaft – um die Funktion, nicht um die Position. «Ich habe keinen Machtanspruch.

Hat sich Matthias Keller etwas Besonderes für die Zeit als Einwohnerratspräsident vorgenommen? – Ja, sagt er, ohne zu zögern. Das Geschäftsreglement des Einwohnerrates müsse überarbeitet werden. «Da drin hat es ein paar ältere Sachen und Doppelspurigkeiten mit der Gemeindeordnung.»

Was ihm weiter vorschwebt: Die Ratssitzungen sollten nicht in alle Nacht hinein andauern. Die Konzentration lasse da doch massiv nach. Matthias Keller könnte sich vorstellen, bei Bedarf eher zwei kürzere Sitzungen innert Wochenfrist durchzuführen. Und bei den stadträtlichen Vorlagen würde er es begrüssen, wenn die Anträge zu Beginn – und nicht erst am Ende der Botschaft – aufgeführt würden. Wie bei den persönlichen Vorstössen.

 

Effizienz ist dem neuen Präsidenten wichtig. Das Organisieren – davon ist Matthias Keller selber überzeugt – ist eine seiner grössten Stärken. Auch im Berufsleben ist er ein Organisator: Der Holzbauingenieur mit Fachrichtung Prozessmanagement ist mit einem 60-Prozent-Pensum bei der Triviso AG in Solothurn tätig, einer Firma, die Software für Schreiner und Zimmerleute entwickelt. Als Projektleiter führt Keller die Software bei den Firmen ein. 35 Prozent beträgt sein Pensum bei Vineyard Aarau. Er leitet die technische Organisation dieser Freikirche. Zu seinem Aufgabenbereich zählen die Infrastruktur und die Kommunikation sowie das Terminieren von Anlässen. Das Engagement bei Vineyard wird Keller demnächst reduzieren, allerdings nicht wegen des Einwohnerratspräsidiums, sondern weil er sich weiterbilden will: Er beginnt ein Quereinsteiger-Theologiestudium.