Gesundheitspolitische Gesamtplanung

Obwohl die Gesundheitspolitische Gesamtplanung nur teilüberarbeitet wird und eine vollständige Überarbeitung erfolgen wird, wenn der Gesetzgebungsprozess betr. Pflege- und Spitalfinanzierung abgeschlossen ist und „die Effekte der KVG-Revision bekannt sind“, gehen die Strategien der Regierung für die EVP grundsätzlich in die richtige Richtung. Darin werden u. a. Anliegen aufgenommen, für welche sich die EVP schon seit län¬gerer Zeit einsetzt und kämpft. Die EVP wird sich für die Anhörung sorgfältig mit den vorgestellten Dossiers auseinandersetzen.

die EVP freut sich vorallem über folgende neu aufgenommene Strategiepunkte:

 

·         Palliative Care Die Verpflichtung der Institutionen auf der Spital- und Pflegeheimliste, Palliative Care sicherzu­stellen, und die Selbstverpflichtung des Kantons, für ein angemessenes Angebot an spezialisier­ten Leistungserbringern zu sorgen, weckt die Hoffnung, dass in diesem Bereich endlich mehr ge­macht wird als schöne Worte!

 

·         Psychiatrie Endlich zeigt die Regierung, dass sie den grossen Nachholbedarf im Psychiatriebereich erkannt hat und gewillt ist, für eine zeitgemässe und integrierte Psychiatrie zu sorgen. Taten müssen nun folgen und auch die nötigen finanziellen Mittel gesprochen werden!

 

·         Sicherstellung von Ausbildungsplätzen in denGesundheitsberufen Schon in der Vernehmlassung zur Teilrevision des Pflegegesetzes im Zusammenhang mit der Neuordnung der Pflegefinanzierung hat die EVP begrüsst, dass stationäre Pflegeeinrichtungen nur dann auf der Pflegeheimliste aufgenommen werden, wenn sie sich „angemessen“ an der Aus­bildung von Personal beteiligen. Dass dies nun auch für die Spitäler gelten soll, ist konsequent, folgerichtig und von der EVP so gefordert worden. Was „angemessen“ und „genügend“ im Zu­sammenhang mit Ausbildungsplätzen heisst, ist unbedingt baldmöglichst zu definieren!

 

Einigen Zündstoff birgt das Erreichen der Strategiepunkte im Rahmen der KVG-Revision 2012 mit der Spital- und Pflegefinanzierung:

 

 

·         Lastenverteilung Bei der Lastenverteilung der Mehrkosten von rund 200 Mio. Fr. durch die neue Spital- und Pflege­finanzierung bevorzugt die EVP einfache Lösungen wie z. B. die Übernahme der Pflegekosten durch die Gemeinden und der Kosten der Akutmedizin durch den Kanton.

 

·         Übertragung der Spitalliegenschaften Hier eine für alle Spitäler gerechte Lösung – gerade auch in Anbetracht des unterschiedlich hohen Stand und Nachholbedarfs im Investitionsbereich – zu finden, stellt den Regierungsrat vor eine wohl nur schwer zu lösende Aufgabe.

 

·         Spitalliste Der noch zu erstellende Kriterienkatalog zur Aufnahme in die Spitalliste wird insbesondere den Regionalspitälern einiges abverlangen. „Der Status quo wird nicht genügen“, meinte der Gesundheitsökonom Dr. Heinz Locher an der Medienkonferenz… Die EVP wartet gespannt auf diesen Kriterienkatalog und hofft, dass die Regionalspitäler für ihre Existenzberechtigung kämpfen werden und die Regierung offen ist für neue, kreative Ideen, die medizinische Grundversorgung mit anderen Angeboten (Akut- und Übergangspflege, Palliative Care, Notfallversorgung in Zusammenarbeit mit Hausärzt/innen der Region, Zusammenarbeit mit nahen Pflegeheimen usw.) zu ergänzen und damit an der Attraktivität der Regionalspitäler mit ihrer geografischen Patientennähe zu arbeiten.

 

Für die EVP unbestritten notwendig ist die Spezialisierung und interkantonale Zusammenarbeit, wie sie die Strategie 9 vorgibt. Die Kosten in der spezialisierten und hochspezialisierten Medizin können nur in den Griff bekommen werden, wenn man auch als einer der grössten Schweizer Kantone gewillt ist zu verzichten. Dass diese Einsicht in der Regierung vorhanden ist, freut die EVP. Sie ersucht die Regierung, auch innerhalb der Kantonsgrenzen für eine Konzentrierung der spezialisierten Medizin zu sorgen und damit Kosten zu senken. 

 

 

Den Einsatz der Regierung in der IVHSM für die ausschliessliche Anwendung der hochspezialisierten Protonentherapie im PSI in Villigen begrüsst die EVP ausdrücklich.