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Newsartikel

EVP auf dem Industrielehrpfad

Wie viel Kraft im Was­ser des Aabachs fliesst, erfuh­ren die Besu­cher der Ver­an­stal­tungs­reihe 2010 am 24. April in Lenz­burg.

Die geschicht­li­che Füh­rung, wel­che bei herr­li­chem Früh­lings­wet­ter auf dem Wisa Glo­ria Gelände star­tete, begann mit einem Pau­ken­schlag. Kurt Badert­scher öff­nete den inter­es­sier­ten Besu­chern eine alte Werk­stattüre, hin­ter wel­cher sich eine Dampf­tur­bine ver­barg, wel­che weit über 90 Jahre für das umlie­gende Gewerbe Strom lie­ferte. Auch wenn der Gene­ra­tor aktu­ell nicht voll funk­ti­ons­fä­hig ist, waren doch alle erstaunt über den guten Zustand des Relikts aus der Ver­gan­gen­heit.
In den fol­gen­den 2 Stun­den ver­mit­telte Kurt Badert­scher aus Stau­fen, ein pro­fun­der Ken­ner der Indus­trie­kul­tur am Aabach, wel­cher sich seit vie­len Jah­ren mit die­ser The­ma­tik befasst, den Anwe­sen­den viel Inter­es­san­tes und Geschicht­li­ches aus den letz­ten 150 Jah­ren Indus­trie­kul­tur ent­lang dem Aabach. An 26 Stand­or­ten sind heute zwi­schen Hall­wil und Wil­degg Infor­ma­ti­ons­ta­feln instal­liert, wel­che dem inter­es­sier­ten Leser auf­zei­gen, wie schon unsere Vor­fah­ren die Kraft des Was­sers für Ihre Zwe­cke zu nut­zen wuss­ten. Im Gegen­satz zu heute, wo wenige grosse Anla­gen durch Was­ser­kraft rie­sige Strom­men­gen lie­fern, wurde das Was­ser des Aabachs im 18. und 19. Jahr­hun­dert teil­weise in sehr kur­zen Abstän­den in Kanä­len direkt zu Indus­trie­ge­bäu­den geführt und trieb dort Was­ser­rä­der oder Tur­bi­nen an. Über mecha­ni­sche Getriebe wurde die so gewon­nene Kraft dann auf ver­schie­dene Stock­werke ver­teilt und hielt Müh­len, Webe­reien und andere Indus­trie­zweige in Gang.
Dass bereits in den ver­gan­ge­nen 150 Jah­ren so viel erneu­er­bare Ener­gie aus dem Aabach gewon­nen wer­den konnte, ver­setzte die Besu­cher immer wie­der von Neuem in Stau­nen. Von der Garn­we­be­rei zur Holz­in­dus­trie über die Lei­nen­ver­ar­bei­tung vor­bei an der Han­frei­be­rei bis hin zur Büch­sen­ma­che­rei in der „Pupfi“ wusste Kurt Baderst­cher so manch Wis­sens­wer­tes zu berich­ten. Bekannte Fir­men­na­men wie Hetex, Wisa Glo­ria oder Hero tauch­ten dabei auf und berühmte Lenz­bur­ger Fami­lien wie die Hüner­wa­dels kamen bei den span­nen­den Erläu­te­run­gen nicht zu kurz. Es ist nicht erstaun­lich, dass dabei die Zeit für die mun­tere Wan­der­schar wie im Flug ver­ging. Nach­dem die Besich­ti­gung vor Ort, vis à vis der Waf­fen­schmiede Häm­merli abge­schlos­sen wurde, fand die Dis­kus­sion im Müli Kafi eine hei­tere Fort­set­zung. Dank der Anwe­sen­heit der Gross­rats­ver­tre­ter Esther Geb­hard und Sämi Rich­ner sowie alt Natio­nal­rat Hei­ner Stu­der, erhiel­ten die Anwe­sen­den auch aktu­elle poli­ti­sche Fak­ten zur The­ma­tik erneu­er­bare Ener­gie.
Vie­len Besu­chern des span­nen­den Anlas­ses wurde an die­sem Nach­mit­tag bewusst, dass es mehr als loh­nens­wert ist, die Wan­der­schuhe zu schnü­ren und mit leich­tem Gepäck ver­se­hen in die Indus­trie­kul­tur am Aabach ein­zu­tau­chen. Bei der Wan­de­rung zwi­schen Wil­degg und dem Hall­wi­ler­see kann nicht nur sehr viel über die Arbeits­weise unse­rer Müt­ter und Väter erfah­ren wer­den, viel mehr taucht man auch städ­te­bau­lich und land­schaft­lich in ein wun­der­ba­res Gebiet ein.