Ja zur Gesundheitspolitischen Gesamtplanung 2010

Die Evan­ge­li­sche Volks­par­tei Aar­gau (EVP) stellt sich grund­sätz­lich hin­ter die Stoss­rich­tung der Gesund­heits­po­li­ti­schen Gesamt­pla­nung 2010. Die For­mu­lie­run­gen der ein­zel­nen Stra­te­gien sind für sie jedoch zu wenig dif­fe­ren­ziert. Posi­tiv bewer­tet sie, dass ihre Anlie­gen im Bereich der Pal­lia­tiv­pflege und Psych­ia­trie in der Gesamt­pla­nung auf­ge­nom­men sind und auch kos­ten­wirk­same Stra­te­gien zum Tra­gen kom­men.

 

Befrie­digt stellt die EVP fest, dass die Pal­lia­tiv­me­di­zin und –pflege in allenInsti­tu­tio­nen auf der Spital- und Pfle­ge­heim­liste Raum haben soll und begrüsst, dass in der Beglei­tung auf dem letz­ten Lebens­ab­schnitt auch die seel­sor­ge­ri­sche Unter­stüt­zung aus­drück­lich dazu gehört. Ebenso freut sich die EVP, dass die Regie­rung den gros­sen Nach­hol­be­darf im Psych­ia­trie­be­reich erkannt hat und gewillt ist, für eine zeit­ge­mässe und inte­grierte Psych­ia­trie zu sor­gen.

 

Dass die inter­kan­to­nale Zusam­men­ar­beit bei spe­zia­li­sier­ten medi­zi­ni­schen Leis­tun­gen eine Qua­li­täts­stei­ge­rung zur Folge hat und sich auch wirt­schaft­lich rech­nen lässt, scheint glück­li­cher­weise nicht nur der EVP klar zu sein. Die EVP ersucht die Regie­rung, auch inner­halb der Kan­tons­gren­zen für eine Kon­zen­trie­rung der spe­zia­li­sier­ten Medi­zin zu sor­gen um damit wei­tere Kos­ten zu sen­ken. In die­sem Zusam­men­hang fin­det sie es auch rich­tig, dass ein Zulas­sungs­stopp im ambu­lan­ten Spi­tal­be­reich geprüft wird und der Kan­ton in der Not­fall­ver­sor­gung mit geeig­ne­ten Mass­nah­men der Bean­spru­chung durch Baga­tell­fälle begeg­nen will.

 

Der EVP ist die Sicher­stel­lung der Aus­bil­dungs­plätze in den Gesund­heits­be­ru­fen wich­tig. Sie möchte diese Stra­te­gie aber ergänzt haben mit Weiterbildungs-möglichkeiten. Wie bereits in ihrer Stel­lung­nahme zur Pfle­ge­fi­nan­zie­rung for­dert sie, dass das Ange­bot an Aus- und Wei­ter­bil­dungs­plät­zen ein „Muss-Kriterium“ zur Aus­wahl auf die Spi­tal­liste wird und will das Ver­hält­nis von Stel­len­pro­zen­ten der Ange­stell­ten und Aus­bil­dungs­plät­zen defi­niert haben.

 

Im Bereich der Ueber­gangs­pflege ortet die EVP viele offene Fra­gen. Wie das "ergän­zende, bedarfs­ge­rechte Ange­bot" genau aus­se­hen wird, wo es ange­bo­ten wird und wer es - gerade auch über die 14 Tage hin­aus - bezah­len soll, möchte die EVP gerne wis­sen, bevor sie der Ueber­gangs­pflege ohne Vor­be­halte zustim­men kann.